„Man kann einen Menschen nichts lehren,
sondern ihm helfen, es in sich selbst zu entdecken."

Galileo Galilei

BE(OB)ACHTEN
von-mit- und für Kinder

als Ausgangspunkt für Reflexion und pädagogisches Handeln in unserer offenen Kindertagesstätte

Das Bildungsbuch:

Das Bildungsbuch Ihres Kindes kann  sich aus den hier ausgeführten Teilen zusammensetzen:
Dabei ist es keineswegs zwingend, dass alle Methoden vollständig und regelmäßig angewandt werden. Es gibt nur ein Kriterium für die Entscheidung, was hinein soll:
Ihr Kind entscheidet. Es ist sein persönliches Bildungsbuch, die Sammlung seines Kita-Lebens, die Dokumentation seines Lernens.
Das Bildungsbuch ist jederzeit für das Kind zugänglich. Erzieherinnen und weitere Personen wie u. a. die Eltern fragen das Kind, ob sie Einblick in das Bildungsbuch haben dürfen.
Beim Übergang in die Schule wird dem Kind das Bildungsbuch als gebundenes Buch mitgegeben.

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Der Steckbrief:

Jedes Kind das neu in die Einrichtung kommt stellt sich auf einem „Steckbrief“ vor. Der Steckbrief wird für einige Zeit ans schwarze Brett gehängt und jedes Jahr zum Geburtstag des Kindes erneuert. Es wird erkennbar, was sich in der Zwischenzeit in Bezug auf die erfragtenThemen verändert hat.
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Der Tagesablauf:

Es werden einen Tag lang alle 30 Minuten Spielsituationen des Kindes festgehalten. Dem Kind wird am Ende des die Möglichkeit gegeben seinen Tagesablauf zu thematisieren. Der Tagesablauf wird circa. zweimal im Jahr festgehalten und ist eine gute Grundlage für Elterngespräche.
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Die Spielgeschichte:

Beobachtet werden ein Kind oder eine Spielgruppe. Aus den Notizen wird später eine Geschichte verfasst. Die Erzieherin ruft die Kinder zusammen und liest den Kindern die Geschichte vor. Hier geht es u.a. darum die aktuellen Themen des Kindes/der Kinder zu erfassen und Bildungsprozesse der Kinder sichtbar zu machen.
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Die Fotodokumentation:

Hierbei wird eine Spielsituation im Bild festgehalten und eine Situations-beschreibung unter Beteiligung des Kindes/der Kinder angefügt. Es werden so Bildungsprozesse visuell festgehalten und im Präsentationsbereich veröffentlicht.
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Das Interview:

Das Interview ist ein Zweiergespräch zwischen Erzieherin und Kind als freies Angebot zu verschiedenen Themen. Der jeweiligen Entwicklung entsprechend, werden die Interviews auf das einzelne Kind abgestimmt. Hierbei soll das Kind in seiner aktuellen Lebenssituation wahrgenommen werden und Wertschätzung erfahren. Erzieherin und Kind können sich besser kennenlernen und Lern-schritte und Lernwünsche des Kindes können festgehalten werden. Das Kind lernt sein eigenes Erleben zu verbalisieren.
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Das Soziogramm:

Die Erzieherin befragt das Kind zu seinen Spielvorlieben in den einzelnen Bereichen der Kita und nach seinen Spielkameraden. Diese Informationen werden in ein Soziogramm eingetragen und auch die Beobachtungen der Kolleginnen werden ergänzend den Ausführungen des Kindes hinzugefügt. Es wird sichtbar, wie die Kinder in die Gruppenstruktur eingebunden sind, welche kommunikativen Fähigkeiten sie aufweisen, wie sie Freundschaften entwickeln und mit Konflikten umgehen.
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Die Urkunde:

Nach Ende eines Projektes/ Angebotes schreibt die Erzieherin eine Zusammenfassung über den Verlauf. Es werden die Wortbeiträge, Ideen und Anregungen der Kinder in einer Urkunde festgehalten.
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Das Könnerheft:

Das Könnerheft ist eine eigenständige Dokumentation des Kindes, über die das Kind selbstständig verfügt. Es enthält alles Können worauf das Kind stolz ist. Maßstab ist alleine die Selbsteinschätzung des Kindes. Das Kind entscheidet, ob das „ Können“/ die Situation aufgeschrieben werden soll. Das Kind kann selbst entscheiden, wem es das Könnerheft zeigt und ob es das Könnerheft vorübergehend mit nach Hause nehmen möchte. Zu Hause kann das Kind das Könnerheft fortführen bzw. ergänzen.

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